Soziales und Gesellschaft

Luzerner KMU berichten (2016-2019)

Teilzeitarbeit für Führungskräfte

«Die Veränderungen in der Gesellschaft führen dazu, dass vermehrt auch Führungspersonen das Pensum reduzieren wollen. Bisher waren bei uns Führungspersonen fast nur Männer und bis auf Einzelfälle nur in Vollzeit tätig. Wir wollen aber auch weiterhin ein attraktiver Arbeitgeber sein und zufriedene Mitarbeitende haben. Daher wird künftig Teilzeitarbeit in Führungspositionen vermehrt ein Thema sein.»
Alfons Schmid, Vorsitzender der Geschäftsleitung, Clientis EB Entlebucher Bank AG (Entlebuch)

«Bei Teilzeitarbeit in Führungspositionen braucht es vor allem regelmässige Gefässe für den internen Austausch. Zudem hat es sich bei uns bewährt, Verantwortung ans Team abzugeben. So ist z.B. für die Einhaltung der Termine nicht mehr die Geschäftsleitung zuständig, sondern die Projektteams selbst. Der Projektstand wird jeden Tag kurz besprochen, so hat jeder die wichtigsten Infos.»
René Häfliger, Geschäftsführer, Agentur Frontal AG (Willisau)

«Ein längerer Urlaub einer Führungsperson kann eine grössere Herausforderung sein, als eine Führungsperson, die Teilzeit arbeitet.»
Luzia Hartmann, Leiterin Management Services, Kost + Partner AG (Sursee)

«Aus meiner Sicht ist Teilzeitarbeit für Führungspersonen bei entsprechender Organisation und Kommunikation kein Problem. Diese sollte ausserdem auf allen Ebenen gelebt werden. Teilzeitarbeit hat den Vorteil, dass Stellvertretungen regelmässig wahrgenommen werden und so jederzeit kompetent und souverän Abwesenheiten überbrückt werden können. Dies ist insbesondere bei Führungspersonen sinnvoll, da diese öfters abwesend sind, aufgrund externer Termine, Seminaren, Symposien, Verwaltungsratsmandaten oder weil sie Kinder haben…»
Sandra Weber, stv. Geschäftsführerin, peka-Metall AG (Mosen)

«Im Falle von Führungsfunktionen in einem Teilzeitpensum ist es wichtig, dass die Stellvertretung die entsprechenden Kompetenzen hat. Meiner Ansicht nach sollte eine Führungsperson schon zumindest 70% präsent sein. Als Ansprechperson für Kunden, ist sie ja auch ein Aushängeschild des Unternehmens.»
Petra Meyer, Pflegefachfrau, Alterswohnheim Chrüzmatt (Hitzkirch)

«Auch wir hatten bereits Jobsharing in einer Führungsposition. Die beiden Personen hatten sich dabei weit gehend selbst organisiert und untereinander abgesprochen. So hatten sie auch den für sie passenden Weg der Kommunikation gefunden. Hilfreich war, dass an einem halben Tag in der Woche beide gleichzeitig am Arbeiten waren – die eine vor Ort, die andere zuhause im Home-Office. So konnten sie sich optimal abstimmen. Das ganze «Projekt» Jobsharing hat für uns sehr gut funktioniert – bedingte aber auch eine grosse Flexibilität der beiden involvierten Führungspersonen.»
Miriam Böger, Vizedirektorin, Art Deco Hotel Montana (Luzern)

Peter Müller betont, wie schwierig es sei, gute Führungspersonen zu finden ‒ Teilzeit sei hier eine mögliche Massnahme. «Familie ist auch ein Beitrag an unsere Volkswirtschaft. Das kommt uns allen zugute, wenn unsere Mitarbeitenden diese Verantwortung wahrnehmen. Darin können wir sie unterstützen.»
Peter Müller, Verwaltungsrat und Personalchef, schaerholzbau AG (Altbüron)


Nutzen familienfreundlicher Massnahmen für den Betrieb

 «Wir machen die Erfahrung, dass Teams sich bezüglich Arbeitszeit und Präsenz innerhalb vorgegebener Rahmenbedingungen bestens selber organisieren. Die flexible Arbeitszeit bringt uns den Vorteil von zufriedenen Mitarbeitenden. Sie sind gleichzeitig auch bereit, bei einem erhöhten Bedarf des Unternehmens zur Verfügung zu stehen.»
Sandra Weber, stv. Geschäftsführerin, peka-metall AG (Mosen)

«In unserer Branche mit klaren Präsenzzeiten ist die Bereitschaft neue und unkonventionelle Lösungsansätze auszuprobieren und damit Erfahrungen zu sammeln, wichtig. Indem man ausprobiert, kann man feststellen, ob sich eine Massnahme bewährt.»
Walter Schärz, Geschäftsführer, schaerholzbau AG (Altbüron)

«Crossworking fördert das Verständnis für die verschiedenen Tätigkeiten und deren Anforderungen bei den Mitarbeitenden innerhalb des Betriebs.»
Alessandro Pedrazzetti, Hotelier, Hotel Continental Park (Luzern) 


Vorteile in der Gewinnung von jungen Arbeitskräften: «Stichwort Generation Y»

«Die Generation Y hat ein anderes Weltbild, darauf müssen wir reagieren, denn sonst gehen sie woanders arbeiten. Wir spüren diese Veränderungen auch bei Abgängen, wenn wir die Mitarbeitenden fragen, warum sie uns verlassen. Durchgängig bemängeln viele die starren Arbeitszeiten. Da müssen wir flexibler werden, um dem entgegnen zu können.»
Marcel Zosso, Geschäftsführer, Herzog-Elmiger AG (Kriens)


Stärken unseres Betriebes bei der Familienfreundlichkeit

«Viele unsere Mitarbeitenden kommen aus der Umgebung und wohnen in der Nähe des Arbeitsortes. Wir unterstützen sie z.B. mit gleitenden Arbeitszeiten und der Möglichkeit zu Home-Office. Das wird von den Mitarbeitenden sehr geschätzt.»
Andrea Schwegler, Personalverantwortliche, PLANING AG (Nebikon)

«Eine unserer Stärken ist der partizipative Führungsstil: Die Mitarbeitenden sind in die Entscheidungsprozesse eingebunden und haben eine grosse Autonomie in ihrer Arbeit.»
Fridolin Wyss, Geschäftsleiter, Verein kirchliche Gassenarbeit (Luzern)

«In unserem Betrieb gibt es viele Möglichkeiten für flexible Arbeitszeiten und eine grosse Autonomie der Mitarbeitenden. Bei uns arbeiten fast 90% Frauen. Viele Frauen nehmen einen verlängerten Schwangerschaftsurlaub und kommen dann mit einem anderen Pensum wieder zurück. Wir sind diesbezüglich sehr flexibel.»
Beat Chapuis, Heimleiter, Violino - Wohn- und Begegnungsort (Zell)


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