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Soziales und Gesellschaft

Geschlechtsspezifische Gewalt

Geschlechtsspezifische Gewalt hat in der Schweiz erhebliche Auswirkungen auf die Betroffenen und verursacht hohe soziale und wirtschaftliche Kosten. Dazu zählen unter anderem körperliche, psychische und sexuelle Gewalt, häusliche Gewalt, Stalking, sexuelle Belästigung, Frauenhandel, Zwangsheirat, weibliche Genitalverstümmelung und Gewalt gegen LGBTIQ-Personen (Hate Crimes).

Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt gelten gemäss der Istanbul-Konvention als Menschenrechtsverletzung. Mit der Ratifizierung dieses Übereinkommens hat sich die Schweiz verpflichtet, diese Gewaltformen konsequent zu verhindern, zu bekämpfen und Betroffene zu schützen (siehe Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt / Istanbul Konvention).

Gleichstellung und Gewaltprävention stärken die persönliche Sicherheit, fördern die wirtschaftliche Unabhängigkeit und tragen zu gleichberechtigten Chancen im Erwerbsleben bei.

Kantonale Massnahmen zu geschlechtsspezifischer Gewalt
Der Kanton Luzern setzt sich aktiv für die Prävention und Bekämpfung häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt ein. Die Planungsberichte 2022–2025 und 2026–2030 zur Förderung der Gleichstellung aller Geschlechter und Lebensformen als kantonale Gleichstellungsstrategie enthalten jeweils das Handlungsfeld 4: Prävention und Verringerung geschlechtsspezifischer Gewalt, das konkrete Massnahmen zur Umsetzung dieses Ziels umfasst.

Darüber hinaus übernimmt die Koordinationsstelle Gewaltprävention die zentrale Rolle als kantonale Drehscheibe: Sie unterstützt die Entwicklung und Umsetzung von Massnahmen zur Bekämpfung der Häuslichen Gewalt und koordiniert die Zusammenarbeit von Behörden, Fachstellen und Institutionen, die mit Gewaltbetroffenen und Gewaltausübenden arbeiten.

2024 hat der Luzerner Regierungsrat den Aktions- und Massnahmenplan 2025-2029 verabschiedet, der gezielt auf die Prävention und Bekämpfung häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt abzielt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Des Weiteren ist die Opferberatungsstelle des Kantons Luzern  für Menschen da, die durch eine Straftat in ihrer körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität beeinträchtigt wurden. Sie bietet Unterstützung bei der Bewältigung der Situation und bei der Durchsetzung von Rechten im Straf- und Opferhilfeverfahren.

Projekte & Angebote

  • Toxic Love

    Die Kampagne «Toxic Love» richtet sich an Betroffene, Beteiligte und Unbeteiligte. Sie zeigt, wie Frühformen und Warnsignale psychischer Gewalt erkannt werden können, und weist auf Beratungs- und Hilfsangebote hin.

    Die Kampagne ist eine Kooperation der Kantone Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Obwalden, Schaffhausen, Solothurn und St. Gallen.

  • 16 Tage gegen Gewalt an Frauen

    Die Kampagne «16 Days of Activism Against Gender Violence» wurde 1991 vom Women‘s Global Leadership ins Leben gerufen. Sie beginnt jeweils am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, und endet am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte.
    Mit diesen Aktionstagen wird deutlich gemacht: Frauenrechte sind Menschenrechte, und geschlechtsspezifische Gewalt ist immer auch eine Menschenrechtsverletzung.

    Im Kanton Luzern fand 2025 eine Podiumsdiskussion zum Thema «Gewalt gegen Frauen – Herausforderungen durch Mehrfachdiskriminierung» in Kooperation mit der Fachstelle Gleichstellung der Stadt Luzern statt.

    16 Tage gegen Gewalt an Frauen

  • Gleichstellung verhindert Gewalt: nationale Sensibilisierungskampagne

    Gewalt hat viele Ursachen, entsteht aber häufig dort, wo Menschen sich über andere stellen. Die mehrjährige nationale Kampagne des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) wurde am 11. November 2025 lanciert. Sie setzt bei Machtungleichgewichten und diskriminierenden Normen an.

    Die Kampagne verfolgt drei Ziele: Sie sensibilisiert für die Anfänge von Gewalt, ermutigt zum Gespräch über das Thema und informiert über Hilfs- und Beratungsangebote.

    Gleichstellung verhindert Gewalt

  • «Stopp Gewalt!»: Sensibilisierungskampagne Kanton Luzern

    Die Kampagne «Stopp Gewalt!» beleuchtet über mehrere Jahre verschiedene Aspekte geschlechtsspezifischer Gewalt. Mit der Aufforderung «Schau hin, sei mutig und werde aktiv» sollen besonders Drittpersonen ermutigt werden, bei Verdacht auf häusliche Gewalt im Umfeld zu handeln.

    Die mehrjährige Kampagne wurde am 25. November 2025 lanciert. In einer ersten Welle wurde die Thematik mit Plakaten im öffentlichen Raum sowie Videos und Beiträgen auf Social Media sichtbar gemacht. Mit Verteilaktionen wurde die Bevölkerung aufgefordert, Licht ins Dunkel zu bringen.

    Die Kampagne setzt eine Massnahme des kantonalen Aktions- und Massnahmenplans um und erfüllt gleichzeitig die Vorgaben der Istanbul-Konvention.

    Stopp Gewalt - Schau hin, sei mutig und werde aktiv

  • Luzerner Meldetool «Luzern schaut hin»

    Das von der Stadt Luzern lancierte Online-Meldetool «Luzern schaut hin» ermöglicht es, sexistische und queerfeindliche Belästigungen sowie Übergriffe anonym zu melden und direkt an die zuständigen Stellen weiterzuleiten. Ziele des Projekts sind, Erlebtes sichtbar zu machen und eine fundierte Diskussion über sexistische und queerfeindliche Belästigungen in der Stadt Luzern anzuregen. Auf Basis des Auswertungsberichts sollen unter anderem zivilcouragiertes Handeln und Sensibilisierung in der Bevölkerung gefördert werden.
  • Luzern schaut hin

    Luzern schaut hin
  • LGBTIQ-Helpline

    LGBTIQ-Helpline
  • Weiterführende Informationen

    Anlaufstellen Kanton Luzern

    Angebote für Betroffene

    Informationsquellen Schweiz

Kontakt

Ihre Ansprechpersonen bei der DISG

 

Dienststelle Soziales und Gesellschaft

Rösslimattstrasse 37

Postfach 3439

6002 Luzern

Standort

 

Gleichstellung aller Geschlechter und Lebensformen
Vanessa Kilchmann
Fabienne Moosmann